USA Florida 2014 – Tag 12 – Durch die Everglades mit dem Airboat und Odyssee nach Key West

21. August 2014 Urlaub 2 Kommentare »

Im La Quinta hatten wir leider das schlechteste Frühstück unseres Urlaubs. An der Qualität der Speisen mangelte es nicht, eher an der Auswahl. Diese war mit Toast, Bagels, Peanutbutter, Kaffee, Marmelade und Waffelautomat wirklich ziemlich mager. Da waren wir bisher besseres gewöhnt … dennoch haben wir uns noch satt gegessen, zur Not würden auch einige Pop-Tarts aushelfen.

Somit zogen wir wieder mit Sack und Pack weiter und quer durch die Everglades über den „Tamiami Trail“ (setzt sich aus den Richtungen Tampa und Miami zusammen, aber auch SR-41 genannt), der südlich der I-75 liegt.
Das erste Zwischenziel mitten in der Pampa war das kleinste Post Office der USA, am parkenden Auto konnten wir erkennen, dass sogar jemand vor Ort war:

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Nachdem wir noch einige Postkarten eingeworfen hatten, düsten wir auch schon direkt weiter. Links und rechts war nichts anderes als pure Gegend mit viel Gestrüpp und Wasser. Ab und zu sahen wir neben der Straße einige Angler … das wäre mir viel zu gefährlich hier zwischen den vielen Alligatoren. Nichtsahnend sah ich noch einen ausgedörrten Alligator am Wegesrand, der besonders bei den einheimischen Vögeln sehr beliebt war. Habe ich schon erwähnt, dass ich Cruise Control liebe? Chrissi ist auch schon auf dieser langen Straße, die ohne Kreuzungen und ohne Ampeln mehr als die Langeweile in Perfektion war, für einige Zeit weggenickt. Das konnte ich mir natürlich nicht leisten, dafür zelebrierte ich jede Geschwindigkeitsanpassung wie den Wecker am frühen Morgen. Interessanterweise war die Höchstgeschwindigkeit beim County-Wechsel nach Miami wirklich runtergeschraubt worden, obwohl die Straße dort besser war … Es mehrten sich so langsam die Air Boat Tour Anbieter, aber wir fuhren weiter …
And finally … nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt kamen wir bei Cooptertown an. Von vielen Seiten durfte ich in meiner Planungsphase lesen und hören: „Wenn Air Boat, dann Coopertown.“

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Zudem ist es noch super, dass man auf der Homepage 2 $ Coupons downloaden kann und haben somit nur 44,94 $ (33,58 €) geblecht.
Bevor es dann aber los ging, fand noch ein kleiner Vortrag über die heimischen Tiere statt … natürlich zum Anfassen nahe:

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Auch dieser Guide war wieder sehr lustig und sympatisch drauf:

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Allerdings finde ich diese Brühe nicht sehr einladend für diese Artgenossen:

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Auch abgestreifte Schlangenhaut gibt es hier zu bewundern:

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Wir durften auch mal die Schlange anfassen und sie fühlt sich entgegen aller Vermutungen nicht schleimig an:

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Nachdem wir hier alles gesehen haben, schlenderten wir alle zu unserem nächsten Guide inkl. seinem Töfftöff. Nun war aber Zeit für eine Belehrung: wir dürfen während der Fahrt nicht aufstehen, auch wenn das Wasser nicht tief ist. Zudem gab er uns Watte für die Ohren: „Here is cotton for your ears. It’s not for the noise, it’s for my bad jokes.“ – Ich liebe einfach diesen Humor! Dem äußerst sympatischen Guide merkte man wirklich an, dass er seinen Job liebte.

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Neben uns saß sogar auch ein deutsches Pärchen.

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Und dann ging es endlich los, der Fahrer drückte ordentlich auf die Tube:

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*wuuuusch*

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Mitten in den Everglades machte der Fahrer nach vielen Drifts bei Highspeed Halt und erzählte ein wenig …

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Die Gegend ist nämlich kein großer Sumpf, sondern ein sehr, sehr breiter großer Fluss. Erst vor 2 Tagen habe es hier ausreichend geregnet, dass man jetzt erst wieder mit dem Air Boat fahren kann … perfektes Timing für uns.

Hier waren noch mehr Leute unterwegs:

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Mitten im Baum ist ein Nest zu erkennen:

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Unser stolzer, lustiger, cooler Fahrer bei der Arbeit:

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Auch Vögel gibt es hier:

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Ab und zu stoppte der Fahrer, wenn es etwas zu bestaunen gab:

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Baby-Alligators:

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Nach dem letzten kurzen Halt düsten wir auch wieder zurück zum Startpunkt:

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I hope you had a great ride. If you didn’t like this tour, please leave the airboat on the right. The others should leave on the left.“ (links war natürlich der Steg) … so ein Spaßvogel, das mag ich.
Er bat uns alle noch, einen Moment zu warten, um uns noch etwas zu zeigen … Mini-Alligators zum Anfassen:

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… das darf man sich natürlich echt nicht entgehen lassen …

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Air-Boat-Fahren – Naturschutz, Tierschutz mal davon ab – sollte man mal gemacht haben. Es ist nicht nur ein stumpfes Brettern durch die Everglades, man lernt auch noch etwas dazu und sieht viel von der Natur.
Und so zogen wir um diese tollen Erlebnisse reicher weiter …

Auf der Strecke in den tiefen Süden suchten wir noch einen Starbucks in Höhe Miami auf und zwar dieses Mal nicht, um meine Sammelsucht zu stillen, sondern um einen kalten Eiskaffee zu trinken, genau das Richtige jetzt. Zum Glück liegt irgendein Starbucks irgendwie immer in der Nähe. Wir bestellten beide einen Java Chip Frappuccino, der uns wirklich gut schmeckte:

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Natürlich nutzten wir die Pause noch für einen Check, was im weltweiten Netz so passiert und beim Verlassen noch schnell einen Gang zum Klo.

Gut, dass wir hier auch einen Halt gemacht haben, denn was jetzt ab Höhe Homestead passierte, machte nämlich gar keinen Spaß mehr … wir standen im ersten Stau unseres Urlaubs und dieser hatte es in sich. Bereits nach rund 2 Meilen konnten wir die Ursache sehen: die Hauptverkehrsanbindung auf die Keys wurde auf eine kleine einspurige Straße umgelenkt. Zu unserer Begeisterung sahen wir hier Schilden, dass es sich hierbei um eine Tollroute handelte. Erst umleiten, dann auch noch Maut verlangen, da wäre mein Kragen fast geplatzt. Spätestens aber an dieser Stelle habe ich unseren Wagen mit Automatikschaltung lieben gelernt, im gemächlichen Stoßverkehr war das sehr, sehr angenehm. Nur eins haben wir in den USA noch nicht herausgefunden: wie findet man einen anständigen Radiosender? Das hochgelobte Sirus-Satelitenradio war zwar in unserem Töfftöff verbaut, allerdings konnte wirklich nie eine Verbindung aufgebaut werden … schade eigentlich … denn im gefühlten 30 Minuten Takt „Talk Dirty To Me“ zu hören, war wirklich nicht mehr lustig. Außerdem kam hier mitten in der Pampa auch noch die Hiobsbotschaft aus der Heimat: unser BVB verlor gegen die Bauern Bayern im DFB-Pokal-Finale. Während wir so vor uns hin vegetierten, zockelte der Verkehr immer eine Wagenlänge weiter. Ohne Klimaanlage wären wir hier sicher verbrutzelt. Rund 11 Meilen (18 km) weiter war das Ende des Staus gekommen. Hier am Anfang der Brücke zu den Keys stand außerdem noch noch das Mauthäuschen, an dem die Besatzung freundlich die Wagen weiter winkten .. das hat sich mein Gemüt schon mal etwas mehr beruhigt. Von nun an ging es zwar etwas flotter vorwärts, aber ein wahnsinnig nerviger Camper vor uns lies meine Halsschlagader noch mehr anschwellen. Also bin ich bei der nächsten guten Gelegenheit mit ordentlich Power … wrooooooom … vorbeigerast und dann wieder brav Cruise Control aktiviert.
Auf Key Lago brauchte unser fahrbarer Untersatz dann doch mal wieder Sprit … natürlich wieder mit einem absolut unkomplizierten Tankvorgang bei Shell und vollgetankt für umgerechnet nur 28,48 €. Kurz vom Hof gefahren und schon drückte die Blase wahnsinnig … also wieder rechts ran … Wendy’s war dafür gerade gut genug. Von nun an war unser Running Gag: „Schau mal ein Wendy’s.“ – „Nein, danke, ich muss nicht auf’s Klo.
Der Weg Richtung Key West gestaltete sich als ziemlich zäh bei einer maximalen Geschwindigkeit von 55 mph, die zudem nicht immer gehalten wurde … I hate campers. Spektakulär dabei aber besonders das Überqueren der vielen Brücken und die Jogger … Momentchen mal … Jogger? Ja, hier liefen wirklich viele mit Rücknummern am Straßenrand entlang und auf fast jeder Insel gab es einen Getränkestand.

Finally … mehr als 2 Stunden später als geplant kamen wir doch mal an unserem Hotel an. Im Fairfield Inn & Suites (booking.com: 7,5 von 10, Homepage) wurden wir nett begrüßt. Erst hier ist mir bewusst geworden, dass bisher sämtliche Mitarbeiter in den Hotels auf dem Namensschildchen eine kleine Flagge ihres Herkunftlandes hatten. Unserem Mann hinter der Theka konnte man seine ungefähre Herkunft fast erraten: Ukraine. Wir bezogen dann noch eben schnell unser Zimmer:

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Dann ging es auch schon weiter: für die warme, anständige Mahlzeit des Tages sind wir mal wieder einer Empfehlung eines Freundes gefolgt: das Outback Steakhouse. Obwohl das Restaurant nur 10 Minuten Gehweg entfernt war, nahmen wir das Auto … wir konnten es einfach nicht mehr abwarten, unseren Kohldampf zu stillen. Interessanterweise mussten wir hier zu dieser Stunde noch ein paar Minuten im Wartebereich warten, aber die Zeit verging wirklich schnell.
Unser server – es war der erst zweite Männliche – stellte sich als Charles vor, den wir auch gerne Chuck nennen durften – er war so ca. 50 +/- 3 Jahre auch auch äußerst sympatisch. Wir kamen so ins Gespräch und er fragte uns, wo wir her kämen … „try to guess it“ … „That’s easy, Germany. I know the german accent.“ – „Yeah.“ Er erzählte, dass er zuletzt in den 70ern einige Zeit lang in Deutschland war, noch bevor der Mauerfall war … immerhin ein gebildeter Amerikaner. Dann aber bestellten wir erst mal unseren obligatorischen Eistee: Black Iced Tea sweetened. Als er diesen brachte, ging der smalltalk weiter: „I don’t know, if there is iced tea in germany.“ – „Lemon and peach iced tea is very common.“ – „Last week we were at Disney for vacation and visited the german part. I love the german food there.“ – „Cool, we were there last week, too. We are on a road trip through Florida.“ – „Ahh, cool.“ Dann aber wandten wir uns der Speisekarte zu, die uns Chuck noch mal kurz erklärte. Wir haben uns beide für ein Outback Special 9 oz Steak und Caesar Salad entschieden, bei der zweiten Beilage allerdings nahm ich Garlic Mashed Potatoes und Chrissi die Aussie Fries:

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Zwar schmeckten die Garlic Mashed Potatoes nicht schlecht, aber ich hätte mich besser mal für die Aussie Fries entscheiden sollen. Es war wie ein Kartoffelknödel mit etwas Zwiebeln und ordentlich Knoblauch drin. Ansonsten war der Rest perfekt, es gab sogar paar Scheiben Brot mit leckerem Dip. Man hatte nicht zu viel versprochen, Outback Steakhouse ist eine klare Empfehlung!
Gesamt: 44,60 $ (33,33 €)

Das war’s für heute, Good Night, Key West … es war ein sehr anstrengender Tag. Jetzt brauchen wir neue Energie für den morgigen Plan.

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Fakt 1: Später haben wir im Internet nachlesen können, dass die Umleitung notwendig war, weil es in der Nähe des US Highway 1 einen Buschbrand gab, der die komplette Straße vernebelte. Da hatten wir wirklich ein schlechtes Timing gehabt. [via]
Fakt 2: Die völlig bekloppten Jogger unterwegs, waren Marathonläufer für den mehr oder weniger bekannten Keys100-Marathon. Das muss man sich mal vorstellen, von Miami an, wo wir in unseren Sightseeing-Bus gestiegen sind, bis nach Key West in mehreren Etappen zu laufen … bescheuert.

Fazit des Tages: Es gibt doch Staus in den USA.

2 Kommentare


  1. Verena

    am 25. August 2014 um 15:48

    You had me at „vollgetankt für umgerechnet nur 28,48 €“ 😀
    Mit dem Air Boat durch die Everglades, das will ich auch unbedingt mal machen! Bin gespannt, wie es Euch in Key West gefallen hat!


  2. maTTes

    am 25. August 2014 um 18:45

    Die Statistik über’s Tanken zum Neidisch-Werden kommt noch 😉

    Bericht über Key West kommt diese Woche 🙂

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